MUNDGOD 

Initiative Oberland zur Unterstützung der Exiltibeter

„Wer fühlt, was er sieht, der hilft, was er kann.“

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Mundgod liegt im südindischen Bundesstaat Karnataka, etwa fünf Autostunden von Goa, einer der reichsten Staaten Indiens, entfernt. Die nächst größere Stadt ist das 50 km entfernte Hubli, wo es auch die nächst gelegene Eisenbahnverbindung gibt.


Die Gesamtbevölkerung der hier wohnenden Tibeter beträgt ca. 14.000 Menschen, die sich auf neun kleine Dörfer und zwei Lama-Camps aufteilen. Die gesamte Landfläche der tibetischen Kolonie beträgt etwa 1600 Hektar, abseits der bewohnten Fläche.

Die Haupteinkommensquelle in Mundgod stellt die Landwirtschaft dar.  Es werden Mais, Gerste und Erbsen angepflanzt. Der Ertrag der Ernte hängt vom Monsunregen ab, weil es keine künstliche Bewässerung gibt. Außer der kleinen Teppichweberei, Schlosserei und Traktorwerkstatt gibt es keine Betriebe in der Flüchtlingssiedlung. Deshalb sind hauptsächlich Männer, aber auch Frauen gezwungen, den Lebensunterhalt weit entfernt von ihren Familien in den indischen Städten und Dörfern zu verdienen.


Die tibetischen Flüchtlingsfamilien sind sehr arm, denn das durchschnittliche Monatseinkommen einer Familie liegt bei maximal 10,- €. Viele Familien, bei denen der Vater krank, arbeitsunfähig oder bereits gestorben ist, müssen mit nur 4,- bis 5,- € im Monat auskommen. In Indien wird auf das soziale Netz der Familie gebaut, deshalb gibt es keine staatliche Unterstützung. Umso mehr sind die Exiltibeter auf Spenden angewiesen und ich möchte dabei helfen, ihnen neue Perspektiven zu geben.

Mich hat das Ziel der Initiative  Oberland überzeugt, auf direktem Weg, d.h. ohne Verwaltungsbürokratie und Verwaltungskosten, diesen armen Menschen zu helfen. Der Verein legt sehr viel Wert auf Transparenz und so kommt jeder Cent bei den Bedürftigen an.  Damit die Spendengelder richtig eingesetzt werden, hat der Verein eine Vertrauensperson in Indien. Der Abt des Sakya Klosters verwaltet die Spenden und kann vor Ort entscheiden, wem dringend geholfen werden muss. Mittlerweile wurden bereits fast 1,3 Millionen Euro an Spendengeldern gesammelt.  Damit wurden u.a. der Bau von Schulen oder einem Altenheim, in dem heute 180 Menschen leben, realisiert. Um neue Arbeitsplätze zu schaffen, soll als nächstes Projekt eine Näherei errichtet werden.

Häufig werde ich von vielen Vereinen und Non-Profit-Organisationen nach Unterstützung gefragt und es fällt mir wirklich schwer, nein zu sagen. Doch für mich ist es wichtig, dass ich meine zwei bis drei Projekte habe, in die ich meine ganze Energie reinstecken kann. Wie beispielsweise bei der Initiative Oberland.

Vor über 4 Jahren habe ich die Patenschaft für einen Mönch in Mundgod übernommen.

Mein Patenkind Sonam (bald volljährig) und ich schreiben uns regelmäßig Briefe und bleiben so in Kontakt. Um ihn zu unterstützen, sende ich ihm beispielsweise Kleidung zu. Über meine alte DSV-Jacke hat er sich so sehr gefreut, dass er die warme Daunen-Jacke trotz 30 Grad sofort getragen hatte.

Weiter helfe ich durch meine Patenschaft beim Aufbau der Infrastruktur vor Ort. Mit den Geldern werden z.B. die Versorgung mit sauberem Trinkwasser gefördert, die medizinische Vorsorge verstärkt, die allgemeine Hygiene und die Lernverhältnisse in den Schulen zu verbessert oder Nahrung an Bedürftige ausgegeben.

Die Entwicklungen und Fortschritte möchte ich mir gerne vor Ort ansehen. Während meiner Reise nach Nepal 2016 habe ich bereits Klöster in Kathmandu (Hauptstadt von Nepal) besucht und ich konnte schon in den Buddhismus und die fernöstliche Kultur eintauchen. In der tibetischen Flüchtlingssiedlung Mundgod war ich bisher aber noch nicht. Nach Indien zu reisen steht deshalb sehr weit oben in meiner Reiseplanung. Dann kann ich auch endlich mein Patenkind Sonam besuchen. Und dann trifft das Motto der Initiative Oberland auch auf mich zu.

„Wer fühlt, was er sieht, der hilft, was er kann.“

Das ist das Motto der ‚Initiative Oberland zur Unterstützung der Exiltibeter‘, die ich seit mehreren Jahren unterstütze. Ich wollte mich sozial engagieren und durch ein befreundetes Ehepaar bin ich auf diese Initiative aufmerksam geworden. Nach ihrem Besuch im Flüchtlingscamp der Exiltibeter in Mundgod (Südindien), haben sie erste Patenschaften für bedürftige tibetische Kinder übernommen. Nachdem sie die Armut, Verzweiflung und Not in den Flüchtlingscamps hautnah miterlebt haben, entschlossen sie sich 1998 dazu, den gemeinnützigen Verein zu gründen. Damit helfen sie jetzt seit 20 Jahren Menschen in Tibet, mit Würde im indischen Exil leben und überleben zu können.

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