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GLEITSCHIRMFLUG ÜBER DIE STREIF

Mein Gleitschirmflug über die legendäre Streif!

Während den Biathlon Weltmeisterschaften 2017 im österreichischen Hochfilzen konnte ich mir neben dem sensationellen Gewinn von fünf Gold- und einer Silbermedaille noch einen weiteren Traum erfüllen. Bei einem Gleitschirmflug in Kitzbühl ging es direkt über die legendäre Streif-Abfahrt.

Den Ruhetag zwischen den Wettkämpfen hatten wir zur freien Verfügung und die einzige Vorgabe der Trainer war, sich gut zu erholen für die noch anstehenden Rennen. Sofort war für mich klar, dass ich diesen traumhaft schönen Tag gerne im Freien verbringen möchte. Vor längere Zeit schenkte mir eine Freundin einen Gutschein für einen Tandem-Gleitschirmflug, den ich an diesem Tag endlich einlösen wollte. Nach einem genüsslichen Cappuccino im wilden Treiben des skibegeisterten Ortes, traf ich meinen staatlich geprüften Gleitschirmflieger Leo, der gerade erst seinen heutigen Skikurs beendete.

 

Mit der letzten Gondel der Hahnenkammbahn ging es den Berg hinauf. Das Wetter entpuppte sich wirklich als perfekt. Viel Sonnenschein und kaum Wind, dazu wurde es langsam ruhig am Berg und wir konnten ganz entspannt unseren Schirm auspacken und die letzten Vorbereitungen treffen.


Nachdem wir die letzten Checks gemacht haben, ob der Gurt passt, alles richtig eingehängt und die GoPro angeschaltet war, ging es auch schon los.
Ich rannte so schnell es ging den kleinen Abhang hinunter, dabei kam ich mir vor wie ein Hamster im Laufrad, doch bevor es wirklich anstrengend wurde, bemerkte ich, dass ich bereits keinen Boden mehr unter den Füßen hatte. Wir fliegen – was für ein besonderes Gefühl!!! Die leichten Föhnwinde konnten wir nutzen, um uns nach oben zu schrauben und wir gewannen dadurch immer weiter an Höhe. Wir hatten wirklich großes Glück, da dies nur selten im Winter möglich ist.


Der Blick von oben war atemberaubend, wir waren nun direkt über der steilen Streif-Abfahrt, auf der vor kurzem unsere Skistars ins Tal gerauscht sind!


Ich genoss die Ruhe und lies den Blick in Richtung Wilden Kaiser schweifen. Die Sonne stand schon tief und die Berggipfel bzw. -wände leuchteten zu uns rüber. In diesem Moment erinnerte ich mich gerne an die Klettertouren des letzten Sommers zurück. Kitzbühl versank unter uns bereits im Schatten, als wir genüsslich ins Tal schwebten. Wobei ich zugeben muss, ganz so ruhig wie ich mir es vorgestellt hatte, war es in der Luft nicht. Teilweise rüttelte und schüttelte es etwas an dem Schirm, was dem Föhn geschuldet war. Leo hatte jedoch alles unter Kontrolle und steuerte den Schirm locker mit einer Hand, um nebenbei noch gewaltige Bilder von uns zu schießen.


Nach rund 40 Minuten flogen wir die letzten Kurven über den Dächern der Stadt bevor wir zielsicher im Kinderland der Hahnenkammtalstation landeten. Die Schwerkraft hatte uns wieder und die ersten Schritte auf dem festen Boden fühlten sich noch etwas wacklig an.

Für mich war es ein unheimlich beeindruckendes Gefühl in den winterlichen Lüften zu schweben und allen Rummel für ein paar Minuten hinter sich zu lassen.

Vielen Dank für das unvergessliche Erlebnis!

Ach ja und rein sportlich hat sich diese kurze Auszeit auch sehr positiv ausgewirkt, denn es folgten ja noch drei weitere Goldmedaillen! Ich hörte von den Medien das Wort „Überfliegerin“, auf was das wohl bezogen war…

Bis bald,


eure Laura

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